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Wolfsburg+ 4/2013

D ie Atmosphäre bei der Be- grüßung ist höflich, freund- lich, zuvorkommend. Unsere Gastgeber nehmen sich ganz bewusst Zeit. Ein Hauch von Entschleuni- gung liegt in der Luft. Manager Atsushi Meguro überreicht seine Visitenkarte. Auch dies ist keine schlichte Übergabe, sie kommt einer Zeremonie gleich. Lä- chelnd, mit beiden Händen, so als wäre die Karte ein wertvolles Geschenk. „Dies ist ein typisches Ritual der japanischen Geschäftswelt“, erklärt Rüdiger Lutz, Head of AWTC Wolfsburg Office. Asin AW gehört zur Asin-Gruppe, die mehr als 100.000 Mitarbeiter beschäftigt. Am Standort Wolfsburg testet Aisin AW, ei- ner der weltweit führenden Automatik- getriebehersteller, seine Technologie und modifiziert sie gemeinsam mit dem Kun- den Volkswagen. Der Spezialist beschäftigt in Wolfs- burg rund 65, davon 25 japanische Mit- arbeiter. „Das sind sowohl Expatriats (Entsandte, umgangsprachlich auch Ex- pats genannt) als auch Mitarbeiter, die hier für ein bis zwei Monate Projekte unterstützen. Daneben gibt es 40 loka- le Mitarbeiter, hauptsächlich Deutsche, aber auch Japaner und Ungarn. Die Un- ternehmenssprache ist englisch“, erklärt Rüdiger Lutz, der sich schon früh von der Exotik Japans angezogen fühlte. So lebte und studierte er auch in Japan, arbeitete dort für ein Handelsunternehmen und eine Präfekturverwaltung, bevor er ins Hauptquartier der Firma Asin AW wech- selte. „Dort war ich der erste ausländi- sche Mitarbeiter in meiner Abteilung. Anfangs war es die größte Herausfor- derung, mir das Vertrauen der japani- schen Kollegen zu erarbeiten. Vertrauen spielt in der japanischen Kultur eine zen- trale Rolle. Das Verhalten des anderen zu verstehen, gegenseitiges Verständnis und Zuverlässigkeit sind dabei wichtige Faktoren.“ Welche typischen Unterscheidungsmerk- male gibt es noch? „Zunächst einmal ist da natürlich die besonders ausgeprägte Form der Höflichkeit und Gastfreund- schaft“, erklärt Rüdiger Lutz. Ein weiterer Unterschied: Japaner senden sehr starke Hörersignale, um zu zeigen, dass sie das, was gesprochen wird – auch akustisch – verstehen. „Ich habe schon erlebt, dass die deutsche Seite gedacht hat, man ist sich bereits einig, während die japa- nische Seite noch gar nicht an diesem Punkt war,“ berichtet Rüdiger Lutz. „Da tOP-tHeMA vom verständnis zum business thInk INteRNAtIONAl!

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