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Wolfsburg+ 4/2013

Überzeugungen, ihre Lebensweisen und ihre Alltagserfahrungen auch auf andere Länder übertragbar sind. Warum tun wir uns eigentlich so schwer im Umgang mit anderen Kulturen? »» Jede Kultur ist geprägt von ihren spezi- fischen Verhaltensmustern, Einstellungen und Werten. Aber häufig beurteilen wir das Verhalten anderer Kulturkreise nur aufgrund unserer eigenen festen Glau- bensgrundsätze. Die Unkenntnis der zu- grunde liegenden Werte und Normen des anderen Kulturkreises führt folglich zu Missverständnissen und Missdeutungen. Können Sie ein Beispiel nennen? »» Ich habe kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt, was den Unternehmen bei internationa- len Geschäften Schwierigkeiten bereitet. Neben der nicht realistischen Einschät- zung des Marktpotenzials, den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Wettbe- werbssituation gab es einen weiteren Fak- tor: Die Unzuverlässigkeit der Geschäfts- partner im Ausland. Dabei kommen hier oft kulturelle Aspekte ins Spiel. Viele miss- verstehen die vermeintliche Unzuver- lässigkeit ihrer Geschäftspartner. Dabei kennen einige Kulturkreise beispielsweise kein Nein, sondern umschreiben dieses. Ein Ja kann mehrere unterschiedliche Be- deutungen haben: Ja, ich stimme zu. Ja, ich habe verstanden. Ja, ich überlege es mir. Machen interkulturelle Kompetenzen auch hiesige Unternehmen erfolgrei- cher? »» Ja, auf jeden Fall. Dies gilt besonders für Wolfsburg, weil die Stadt ein internatio- nal geprägter Standort ist. Es gibt zahlrei- che Zulieferer, die auch im Ausland aktiv sind oder im Rahmen des Exports mit ausländischen Kulturen zu tun haben. Darüber hinaus wird durch die Knapp- heit von qualifizierten Mitarbeitern die Akquise ausländischer Experten immer wichtiger. Umso vorteilhafter ist es, wenn hiesige Unternehmungen interkulturelle Fähigkeiten haben oder erwerben. Was kann schon im Vorfeld getan wer- den, um interkulturelle Kompetenz zu fördern? »» Man kann damit bereits im Kindergar- ten beginnen. Die Neue Schule etwa geht mit gutem Beispiel voran, weil sie früh- zeitig interkulturelle Kompetenz fördert. Auch an der Ostfalia setzen wir Zeichen. Wir veranstalten interkulturelle Trainings mit unterschiedlichen Kulturkreisen wie etwa Workshops mit Amerikanern der Partnerhochschulen. Wir bieten beispiels- weise ein „Internationales Akademisches Jahr“ an. Es gibt interkulturelle Wochen- enden mit deutschen Studierenden und Gaststudenten aus dem Ausland sowie Fachseminare zum Themenbereich In- ternational Management, International Business, International Marketing und mehr – das alles in englischer Sprache. Nicht zuletzt haben unsere Studierende hervorragende Möglichkeiten, Erfahrun- gen im Ausland zu sammeln. Wie würden Sie Ihre Empfehlungen für eine bessere „internationale Haltung“ auf den Punkt bringen? »» Nicht werten, sondern wertschätzen! Erst mit der „kulturellen Brille“ reflektie- ren, dann aktiv werden. Wer immer nur auf seine Sichtweise besteht, wird nie den anderen verstehen. Man muss also auch die Perspektive wechseln. Dabei immer die drei großen „G‘s“ beherzigen: Geduld, Geduld, Geduld! Fotos: Michael Uhmeyer Prof. Dr. Mike Hoffmeister • Ostfalia Hoch- schule für angewandte Wissenschaften • Fakultät Wirtschaft / Business School • Sieg- fried-Ehlers-Straße 1 • 38440 Wolfsburg • Telefon 05361 892225-220 • m.hoffmeister@ ostfalia.de +  19top-thema | 18   

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